Am Arsch lecken

August 21, 2008 by missgeschick

Wahr und gut und schön: Kriminell sind die von denen wir das denken…

“Sags ihm: er kann mich im Arsch lecken.” [Goethe / Götz von Berlichingen]

Formfragen:

Kurzfristige Vergnügen sind den langfristigen voranzustellen. Eine Konfiguration von Einschränkungen vielleicht, sagt Mutter. Der Staat sagt, die Verfassung hat Vorrang vor dem einfachen Gesetz. Und das Moralische versteht sich immer von selbst. Aber man kann keine zwei Pferde mit einem Hintern reiten. Immer langsam voran. Stört es wenn ich rauche …

What am I supposed to do?

Stellen Sie sich das nur mal vor: jeder hätte das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt. Bislang waren es meistens Insekten oder Hunde, deren freier Entfaltung ich beiwohnte. Seltenst Menschen. Die habens aber in ihrer Verfassung stehen.

Do you, feel me? Do you do voodoo really?

Die technische Beweglichkeit meines Genital-Apparates, das vorweg, tut dabei, hierbei und für die Entfaltung nicht zur Sache, noch ob oder warum wenn eigentlich, ich die Pommes von Burger King denen von Mc Donalds, außer bei “G-WATCH” Hamburg Berlin oder “frag-würdige” den “verantwortungsbewussten” Existenzen vorziehe. Geschmackssache. Nichts anderes als im Grunde der Sache Berlauch, Curry und Koriander es auch sind. War es nicht gar auch Geschmackssache das Wasserstoffatom zu spalten? Privatfernsehen? Das über meine Geschmäcker erzähle ich, da ich es oben im Profil-Kopf nicht angeben kann. Finde ich im Vergleich nicht penetrant. Oben kann ich allenfalls angeben mit der Form meines Körpers
oder der Größe meines Erbstückes. Was unter dem Kopf rangiert muss darum größer sein, wenn es die Betäubung durch herkömmliche Back-Trieb-Mittel aufheben oder das Interesse wecken soll; überhaupt kann. Das Interesse gilt der Größe. Und ich will den Schweiß eines Edlen. Aber für alles Weitere schon mal vorweg (denn ich stell mich später ein zweites Mal hinter folgende Phrase:

“Wer unsere Anspielungen nicht begreift, den
leiten unsere Erklärungen nicht.”
[Ibn Mansur Al-Halladsch]

Who cares?

Es geht um die detailgetreue Überinvestition in eine hinterhältige Profil-Identität und weniger um meine Beziehungsfähig- oder -unfähigkeit. Denn die, weiß jeder halbwegs Vermittelbare, findet kein Ende in ihrer
Entwicklung. Darum nenne ich die meine Fähigkeit mangelhaft, Baustelle und zu erörtern. However – folge du mir und lass die Toten ihre Toten begraben. Für die lebhafte Fleischbank sozialer Bewegungen und
rassistischer Spitzen, die so oft ohne seelenhaften Glanz auskommt, meine unendliche Bewunderung. Ich kenne das faule Fleisch und die Kontrolleure. Ja, und neben faulem gibt es sehens-werten, gottgnädigen und wilden Braten zu schmecken – doch: lasst dies Herz alleine haben seine Wonne! Seine Inspiration, Sucht, aber auch Sehnsucht.

In bunten Bildern wenig Klarheit,
Viel Irrtum und ein Fünkchen
Wahrheit,
So wird der beste Trank gebraut,
Der alle Welt erquickt und
auferbaut.
[GOETHE]

Der Schwanz ist (ich würde das gern besser formulieren, doch mir fällt nur MOND ein …) wie der Mond am Mann (Verzeihung!). Er erstrahlt erst im Lichte seiner Sonne (”Wer unsere Anspielungen nicht begreift …”). Ob nun Blut- oder Fleischschwanz, die im Dunkeln sieht man nicht! Lässt die “XXL”-”M”-Etikette auf die schamanenhafte Leichtfüßigkeit seines Trägers, auf die literarische Fingerfertigkeit seiner Hände, auf seine
Haifischzähne oder echten Begierden Rückschlüsse führen? Ich frage mich das! Spricht es von der Aufmerksamkeit seiner Sinne, die Kerben seines Lebens, die Echtheit seiner Fassade, der Ausdauer seiner Leidenschaft, von der Feinheit seines Gaumens oder von dem Buch seiner Facetten? Und sei es nur zur Angabe für seine Fähigkeit zur Wahrnehmung schmerzfreier, feinmotorischer und vor allem kurzfristiger Befriedigung oder aber mag es darauf Hinweis geben ob die Stabilität meines Betriebssystems bei einer

Begegnung virenfrei wie auch generell unversehrt bleibt, trotz exorbitanten Geräts? Der Mond hat gewaltigen Einfluss auf unser Befinden schätze ich. Deutet die XL-Eichel nicht vielleicht schon auf die ovale Umlaufbahn, die er um seine Beute mit der immer selben Methodik bemüht ist zu ziehen? Wenn “XXL” die gesunde Distanz zu einem Fremden beschreibt, verstehe ich meine Aversion gegen “S”- oder “M”-Produkte. Nein, Bullshit!

“Niemand darf wegen [...] seiner Sprache [...] benachteiligt oder
bevorzugt werden.”
[Art.3, GG]

Was für ein japanischer Zierfisch von Mann mag das sein, der mir seinen virtuellen Bürzel in diesem Schnellrestaurant herrüberreicht, den an und für sich möglicherweise im Gesamtkontext seines Herrchens bemerkens-werten Schwanz, Voll-Arsch oder prallen Hodensack wie ein Schlachterbeil vor Augen, wie einen Strauß wässriger Tulpen unter die selben hält, bevor er mir seinen Namen, seine Intelligenz oder seine Anliegen verrät? Ick will Dir schlachten und ficken! Warum hier und nicht auf dem Kiez die Hose runter, in der Marktstraße den Hoden ins Champagnerglas gequetscht, Samstagnachmittags auf dem Rathhausmarkt wenigstens …? Dann wäre ich beeindruckt. Ein Blick in seine Augen, auf seine Hände, die ersten Worte, gewählte, reichen aus und ich weiß wo auf der Skala von M-XXL der Typ, seine Tage, mitunter auch der Stadtteil in dem er zu Hause ist einzuordnen sind. Houston, das ist doch kein Problem: einen Menschen von einem Menschen zu unterscheiden.

Can I get some, can I spit some, which one?

Ich kenne Hotelzimmer im trockenen Sommer Deutschlands, Nachts, im königsblauen Berlin, im hysterischen Hamburg, es ist Vollmond oder die Baumkronen über der Wiese werfen ihre Schatten gleichgültig kühl über das Geschehen der Kosmonauten, man kennt sich nicht oder weiß nur dass er auf
Deinen definierten Bauch abfährt, das er Musiker oder Schauspieler ist oder sein Studium nicht zum Ende bringt und sonst auch nicht weiß wohin er will, was ihn irgendwie verloren und so echt charmant wirken lässt. Deine maskuline Stimme verheizt seinen Verstand ohne das der aus Stroh gebaut sein muss, dass er Wein mag oder gar nicht trinkt, das erfährst Du kurz danach wenn nicht davor. Das er Skateboard fährt und besser als Du selber programmierst, dass er die Vernissage frühzeitig verließ um Dich zu treffen, dass er aufgeregt ist und versucht es zu überspielen, mit seinem Charme den er nutzt um die sich über alles auflehnende leidenschaftliche Ohnmacht zu stemmen sich aber doch verliert, trotz Alter, Reife, Weisheit,
trotz alle seiner lächerlichen Erfahrung im viel zu tiefen Leben. Man kennt sich nicht, nicht die grelle Atmosphäre, nicht seine Vergangenheit (das immer größte Risiko), die abenteuerliche Luft, nicht die fremde
Geilheit (nur die Poesie Deines eigenen Blutes), ist Single und angetrunken und die Lust reicht aus um es egal zu finden wer von beiden zuerst einen Orgasmus erleidet – der Fremde oder Du – Hauptsache anfassen
was da im warmen Schlüpfer an schon feuchtem Rohrzucker wartet. Du weißt nicht was er macht, als nächstes, oder Du, oder doch halt der Mann mit der unnachgiebigen Brust und woher sie kommen, die flüsternden Lippen, die Jahre nach Dir diese Welt erblickten oder vorher. Vielleicht ist er Grieche, jedenfalls besitzt er einen Akzent, seine Unterwäsche und die Kompositionen seiner Gestik, seines Parfum-Körpergeruchs stimmen und er bedankt sich am nächsten Tage per SMS inklusive der charmanten Tippfehler, dafür dass man ihn nach dem Sex nicht verlassen habe. Und wenn er kein Grieche ist, mag er Perser sein und Dir weder mit Erwartungen noch ketterauchend andersartig aber auch gekonnt ein Lächeln über das Kinn ritzen, hingebungsvoll wie der Orient oder einfach ein Berliner, zugezogener, frech, vollkommen unabhängig und ein Gespür nicht für Schnee, doch aber für neiderweckendes  Wohnungsambiente, das Weltall, die Natur oder einfach für Typographie oder aber er ist akademisch und dennoch nicht vorlaut. Einfach zwei Köpfe inmitten von Beton irgendwo in diesem jungen Land ohne Mut. Sie bedanken sich dafür per Sims – für das Gebliebensein und nicht für Dein Körper. Ich hatte keine Gründe zu gehen. Weil ich “danach”, einfach irgendwann zufrieden, müde, wenn nicht faul war. Na klar, kennt man oder auch nicht. Jeder kennt diese kleinen penetranten Insekten, die auf dem Finger sitzen und nicht fortfliegen. Aber das waren Männer, die einen Typen wie mich auf ihren Händen hielten, maskulin, sportlich, also aktiv im Leben oder je nach dem auch passiv, in jedem einzigen Fall geistreich, mit Stil symphatisch versaut, pornographisch einfach, ehrlich und extrem authentisch. Ich habe mich oft derweil auf die Sterne, die Stille über der Stadt, das Gezirpse der Grillen oder die Texte der Songs konzentrieren können. Irgendetwas gab es darin das meine Aufmerksamkeit unterdessen zerteilte … unterdessen alles seiner Natur treu war; die Flügel der Glühwürmchen rotierten unmerklich leise, die Parkanwohner schauten Fern und während in Baghdad täglich Menschen zu Dutzenden ihr Leben verloren, hielt man Monate den Schrecken davon ab, sich in London endlich zu legen.

Es gibt keinen Grund einen guten Menschen zu verlassen. “Gut” kann man fühlen. Dafür muss man kein Mädchen oder Chet Baker-Fan sein und auch nicht Truman Capote gelesen haben. Man muss auch keine Tunte dafür sein. Ich habe nichts gegen Tunten. Ich habe ja auch nichts gegen die RAF, das Schulterblatt, Berlin Mitte, die CDU, Douglas oder den Hamburger Senat. Man kann alles verstehen. Man darf aber zu allem eine Meinung besitzen – selbst zur Panorama-Bar. Durchaus kann ich Madonna genauso viel abgewinnen
wie den Beastie Boys, Fat Freddys Drop oder Henry Miller. Und gegen Mädchen habe ich genauso wenig wie gegen bisexuelle oder Transvestiten, die Engstirnigkeit der 68er, Ersatzbefriedigung, Parteibücher, Durchfall
oder schlechte Pistazien. Vielleicht habe ich eine Aversion gegen Knallfrösche, Sozial-Schwachmaten und “leichte” Jungen. Männer die immer noch Kinder sind, sind dem entgegen großartig. Das will ich nicht
verwechselt haben.

Do you, feel me? Do you do voodoo really?

Die Maxime lautet: Ich konsumiere, also bin ich. Aber die Frage lautet: Wer konsumiert? Und wer wird konsumiert? Und vor allem was? Was von mir wird konsumiert? Doch nur meine Darstellung hier. Sie ist allenfalls herausragend, weil hier mehr Worte stehen als das auf diesem Portal Standard ist. Aber das ist nicht mehr als seinen Finger durch die Kerze zu führen. Weil andere das nicht machen ist das noch nichts besonderes. Und? Jeder will was besonderes. Weil wir alle denken da draußen gibt es etwas besonderes. Das was man denkt ist nicht mehr als was man gelernt hat zu denken. Oder was man gelernt hat zu sehen. Die Konfiguration von Einschränkungen. Das zu wissen ist doch die ganze Freiheit, der lächerliche Trick sich im Leben zurechtzufinden. Photoshop und Fernsehen ist auch nur ein Trick. Der richtige Bildausschnitt ebenso. Ein Idiot muss zwangsläufig nicht sein, wer seinen kruden Schwanz auf zwei Millionen Pixel streut.

Man kennt vielleicht auch das: Du bist inna Beziehung, Dein Typ, die Liebe Deines Lebens – weil Du ihm n cooler Typ sein willst, hast Du kein Problem mit seinen Yahoo-Groups, seiner Unverbindlichkeit, seinen Flirts und wenn er sich sonst noch asozial verhält, spuckt, Klamotten vollspermt, denkste trotzdem an seine Kochkünste, seine faszinierenden der Menschheit an und für sich dienlichen mindestens aber unterhaltenden Ideen, die er möglicherweise niemals umsetzen wird, doch Du liebst und liebst ihn und
bist ihm treu und bist sturr wie ein Esel, nicht Willens Dich auf etwas anderes einzustellen, weil Du nicht glauben kannst, dass er Dich betrügt … Betrug ist so eine Sache. Es gehören immer irgendwie zwei dazu und
dann noch die jeweilige Lebens-Biographie – das wird wohl am häufigsten vergessen ist aber mit am wichtigsten. Verurteilung ist bullshit und zeugt von Behinderung. Tja, Leben tut manchmal weh. Das heißt aber nicht, dass man seine Konsequenzen nicht ziehen darf. Selber fremd gehen ist eine, seinen eigenen Weg weiter gehen, eine andere Konsequenz, die aber anstrengend ist, Mut erfordert und Unabhängigkeit und schlimmsten Falls einen Auszug. Sich später wieder verstehen, nach einer Phase des Hassens, ist noch eine andere Möglichkeit. Je nach Intelligenzgrad der Beteiligten mag es vorkommen, die ein-, zwei- oder siebenjährige Beziehung als Fehltritt zu verstehen – es wird nicht kommuniziert, nichts besprochen und
Du erhälst am Ende das Gefühl, dass Dir genau nur so etwas im Leben fehlte um das große Glück nun überhaupt erst entdecken zu können. Um es der Verständlichkeit halber auf den Punkt zu bringen: um hochwertiges Glück von billigem Unglück, Verpackung von genialem Inhalt trennen zu können, quasi für sich die preis–wertere Entscheidung zu treffen, bedarf es der Fähigkeit zu sehen. Ansonsten kann man längerfristig von der Vollausstattung im Leben weiter träumen. Oder daran glauben das man mit dem Zweiten tatsächlich mehr sieht, solange das Erste verschlossen ist.

Es gibt in der Tat Möglichkeiten. Und viele sind anscheinend überfordert damit. Sie glauben an Bilderbuchliebe oder daran dass es besser für Kinder ist, zu Weihnachten den Weihnachtsmann im roten Dresscode zu bestellen, ganz so wie ihn Coca Cola erfunden hat. Das Leben zeichnet sich durch seine Möglichkeiten und Veränderungen aus. Und andere Leben zeichnen sich dadurch aus, das sich nichts ändert und alles wiederholt. Ich glaube darum hängen einige an der Nadel, am Kokain, am Alkohol, andere am Sport, an gayromeo, an ihrer Karriere … jeder hält sich an irgend etwas fest.Bestenfalls an sich selbst, im ungünstigsten Falle an der Vergangenheit.

Aber dafür muss man sich in einem bewegten Leben finden können. Mir hilft Musik oder der Schlaf. Aber was ich meinte … manchmal ist es, als sei alles nicht genug. Oder alles was ist, ist zu wenig. Egal was Du gerade bist: Arschloch, Single, Verräter, Gedemütigter, Proll, Freund, Infizierter oder Ehemann.

“Noch sind sie gleich bereit, zu weinen
und zu lachen,
Sie ehren noch den Schwung, erfreuen
sich am Schein;
Wer fertig ist, dem ist nichts recht
zu machen;
Ein Werdender wird immer
dankbar sein.”
[Goethe; 7/I, Faust, Tragödie erster Teil]

Ich bin nicht für den Verzerr geeignet. Nicht hier. Das ist – habe ich überlegt – privat und die einzige lebenswerte Sünde der Welt – genannt “Liebe”. Ich habe Verständnis für Romantiker – diese Menschen, die immer versuchen der Liebe ein Gesicht zu zeichnen und die ganze Welt ist schon voller Phantombilder und jeder, bald jeder sucht nach ihr. Und ich habe Verständnis für diejenigen, denen jedes Wort zu viel ist. Aber nicht in Wahrheit.

Ich nehm’s nochmal …
“Wer unsere Anspielungen nicht begreift, den
leiten unsere Erklärungen nicht.”
[Ibn Mansur Al-Halladsch]

Ich bin für die Überraschungsmomente auf diesem Hinterhof. Wenn unerwartet eine geile, gut situierte Message im Posteingang einfährt. Um zwischen Arbeit oder Stunden des Lernens ohne physische Fortbewegung Unterhaltung zu genießen, ob gut, durchweg beschissen – ein gutes Buch ist selten. Das
geht. Sogar hier. Mit Natürlichkeit, Kraft, Sinnlichkeit, Rhythmus, Feuer… alles andere weckt die Vermutung es sei anorganisches Interesse an meiner Person, künstlich hochgezüchtete Bedürfnisse durch virtuelle

Reize die eigentlich nichts aussagen außer einfach die Konfiguration der Einschränkungen, das Interesse an kurzfristigen Vergnügungen, … bla, bla. Vielleicht ist es das Interesse an der Etikette “XL” in der”cut”- Edition, weil irgendjemand mal glaubhaft verkündet haben muss, dass es bei der Penetration der Prostata, auf die Packungsgröße ankomme, nicht auf die Herkunft und Verarbeitung. Damn! Das ist wie mit der “Liebe”. Alle haben Bilder im Kopf wie es sein muss und nicht sein darf. Oder es liegt in der Natur durchschnittlicher Lebens-Biographien sich nur vom Anschein wecken zu lassen und den Rest des Lebens betäubt zu vegitieren.

Sabotage

Mich interessieren keine Maßeinheiten, keine kontextfreien Details einer fremden Biographie. Und gerne frage ich, wenn ich meine ich bräuchte plötzlich eine Telefonnummer, ein Bild.

Hände in den Himmel und ansonsten viel virtuelle Hoffnung für euch da draußen. You can be rich or poor. Und klar, darum bin ich hier, weil es Fragen gibt, die ich mir nicht beantworten kann. Tut mir leid das ich
keine Hoffnung gestreut habe, ob ich gerade auf der Suche nach der großen Liebe bin oder anders herum nichts darüber verkündet oder preisgegeben habe. Aber die Neugierde ist ein schreckhaftes Kind und so wollte ich nicht zu Anbeginn erwähnen, das ich schon gefunden bin.

Ich wünsche weiterhin das Beste!

CRIMINALIZED

” But did you really wanna dabble in fanatical supernatural
lyrically radical milli minutes, I’m about to begin it
Can I get some, can I spit some, which one?
When am I gonna get off this trip?
Can I take another peel, why do I feel
like I’m a sick individual in the room, poppin off at the lip?
Do you, feel me? Do you do voodoo really?
Did you get it? Did you want a real epidemic?
Will you let me run up in it?
What’s the word; is it absurd? What is that isssh you heard?
Was it real, is it real, was it really real? “

[Tech N9ne]

“Dokumente auf den Titelblättern

Sie machen sich selbst zu Ikonen,

indem sie sich der Zeit “angepasst”,

scheinbar

alterslos in künstlichen Glänzen,

durch die Träume

von wohl vorgeformten,

Vorstellungen von den

“maßgeblichen” Prioritäten unserer “Welt”,

gehen.”

[M. Wunder]

Geilheit

Mai 19, 2008 by LosAlamos

Es ist ungefähr das Stück Scheiße, dass man einem Schwarm Fliegen hinterlegt: zurechtgeschnitten auf 300 dpi Qualität gephotoshopped – Haut, Haut und nochmals Haut. Nimm ein Bild, wähl ein Ausschnitt, nutz die Retusche – sobald mich die Durchsagen, die Anschreiben derer, die versuchen ihre fliegrigen Beinchen via Short-Messages in meinen Geist zu stechen langweilen, wechsel ich das Foto, die Identität, nur um sie von Neuem aufzubauen, erweitert durch die Erfahrung der vorherigen mit dem Ziel eine interessantere Klientel zu erreichen oder deren Resonanzen. Menschen sind, bis auf die Ausnahmen (erschreckend) berechenbar. Und dennoch gibt es Menschen, die begreifen das im Leben nicht.

Dass wir Menschen so geil, insbesondere auf Zärtlichkeit sind, will ich auch im Folgenden nicht überbewerten. Diese Geilheit ist sicher durchschnittlich, wir kennen sie also alle und darum erscheint sie normal, wenn auch in ihren Formen sehr unterschiedlich ausgeprägt – es gibt Spezialisten. Geilheit ist interessant, weil sie uns Menschen und unser Handeln bestimmt, auf direktem oder indirektem Wege. Für die Befriedigung unserer Geilheit sind wir bereit Kompromisse zu schließen, unseren Verstand über den Stuhl zu schmeißen …

Geilheit ist kein Leiden. Sie ist ein Bedürfnis. Mitunter ein übertriebenes aber doch niemals ein unbegründetes. Ist das Bedürfnis gestillt, erwacht es nach Kurzem erneut. Geilheit ist eine Einstellung zum Leben, eine Kultur in uns selbst. Bisher konnte ich drei Durchschnittstypen der Geilheit unter den Jungs die mich umgeben, anschreiben oder fesseln, feststellen:

Typ 1 der geilen Typen – aggressive Leichtigkeit

Typ 1 besitzt eine instinktive Weisheit, überall dort Scheiße zu wittern, die ihn befriedigt, ohne den Weg der realen Umsetzung zu bedenken. Seine Frage: “Willste ficken?” ist flankiert von überformten Egoismus. Sein Körper trägt im Vergleich zu den folgenden Typen einen bunten Strauß Risikofaktoren (…). Dennoch ist Typ 1 allenfalls körperlich dafür weniger geistig anstrengend. Er scheut Verbindlichkeit, was sich darin ausdrückt, dass seine Geschlechtspartner für ihn auswechselbar sind und bleiben. Die Antwort “Nein” überliest er nahezu aggressiv und auch regelmäßig. Genauso vergisst er kurzum, von welchen Objekten bereits Absagen vorliegen. Seine Geilheit steht in einem entgegengesetzten Verhältnis zu seiner Mündigkeit, die ihm erlauben würde, über sich selbst zu bestimmen oder seinen Blick im Idealfall im Sinne effizienterer Vorgehensweisen, zu schärfen. Seine Emotionalität scheint eher technisch, sichtbar an seinen motorisch ausdauernden Ausdrucksphänomenen. Er ist zu beliebiger Zeit geil auf Scheiße. Unter Wachstum versteht er für normal alles andere als “Entwicklung”. Sein Wachstum wird von äußerlichen Faktoren bestimmt. Was ihn sehr befriedigt. Die umweltbedingten Lerneinflüsse wirken auf ihn wie auf alle anderen Menschen intensiv, doch wenig vielfältig. Der Sexualakt besitzt hier wenig kommunikative Bedeutung, was der Leichtigkeit einer Begegnung mit Typ 1 zuträglich sein kann sofern man entsprechende Erwartung nicht besitzt. Seine Zufriedenheit hängt einzig und allein vom Funktionieren seines Genitalapparates ab.

Typ 2 der geilen Typen – der Mutlose

Typ 2 der geilen Typen besitzt emotionale Intelligenz und ist in seinen Entscheidungsfindungen neben seiner geschlechtlichen Motivation ebenso von strategisch-kritischeren Denkvorgängen beeinflusst als Typ 1. Er entspricht weniger dem Tier, denn dem Menschen – wobei der Unterschied meist von denen, die sich für zivilisierter halten als andere, überschätzt wird. Seine Geilheit kann Typ 2 jedoch schwer verbergen, seine Motive sind, wie seine Wortwahl, offensichtlich. “Nettes Profil” oder “einfach geil!” lassen Rückschlüsse auf seinen Mangel an Mut und die daraus resultierende Angst den ersten aktiven Schritt einzuleiten, schließen. Bei Typ 2 hat sich die Geilheit zur Leidenschaft fortentwickelt bzw. kultiviert – seine Leidenschaft ist dennoch von plumper unbeweglicher Art, seine Verhaltensmuster unterstreichen dies. Seine Impulse zu handeln sind weniger aggressiv denn libinös gefärbt, im Zweifelsfall dranghaft, was ihn eben plump und berechenbar erscheinen lässt. Schwierigkeiten entstehen bei einseitigem Desinteresse aufgrund seiner Denkfähigkeit auch in bereits getrockneter Scheiße noch Einstiegslöcher zu suchen, seinen Rüssel in den Scheißeleib zu bohren und dadurch die eigentlich desinteressierten Opfer zu penetrieren.

Typ 3 der geilen Typen – der Verkannte

Typ 3 leidet unter seiner stark ausgeprägten Fähigkeit sich geistig in Begegnungssituationen in Nebel zu hüllen, was ihm praktische Wege zur Befriedigung eher selbst verbaut und durchschnittliche Interaktionspartner überdurchschnittlich langweilen kann. Er pflegt Anspruch, Geist und weltlich geprägte Illusionen und träumt von körperlicher Ekstase bzw. dem idealen Biofeedback. Ihm fehlt die klare Strategie, die er nur in Asnahmefällen entwickelt, da klebrige Romantik seine Vorstellungen verzerrt, die keiner Realität zu entsprechen scheinen. Ihm reicht die Vorstellung von schöner Scheisse. Sein Motiv ist die Einsamkeit, die ihn quält und von der er zu Lebzeiten annimmt, sie durch eine Beziehung eliminieren zu können. Das erscheint ihm praktisch stetig unmöglich. Was seiner derweil unbefriedigten Geilheit keinen Abbruch tut. Sein Ziel ist ob seiner Kompliziertheit zu sein schwerer einsehbar und darum wenig kalkulierbar, da sein Streben nach sozialer Interaktion ihn zu geistigen Höhenflügen, erkennbar durch virtuose Formulierungen, veranlasst, die den Blick auf seine Geilheit wiederum vernebeln. Seine Opfer verlieren mitunter schon vor der Durchsage der Zieldefinition das Interesse. Er ist ein Meister der Selbstbefriedigung. Was leider kaum ein einfach gestrickter Charakter zu erkennen vermag. Erkennt einer es doch, kann er das Paradies hinter dem Staudamm kennen lernen.

Bis zum nächsten Mal.

Männer, die Kinder!

April 21, 2008 by missgeschick

Can I get some, can I spit some, which one?

Ich kenne Hotelzimmer im trockenen Sommer Deutschlands, Nachts, im
königsblauen Berlin, im hysterischen Hamburg, es ist Vollmond oder die
Baumkronen über der Wiese werfen ihre Schatten gleichgültig kühl über das
Geschehen der Kosmonauten, man kennt sich nicht oder weiß nur dass er auf
Deinen definierten Bauch abfährt, das er Musiker oder Schauspieler ist
oder sein Studium nicht zum Ende bringt und sonst auch nicht weiß wohin er
will, was ihn irgendwie verloren und so echt charmant wirken lässt. Deine
maskuline Stimme verheizt seinen Verstand ohne das der aus Stroh gebaut
sein muss, dass er Wein mag oder gar nicht trinkt, das erfährst Du kurz
danach wenn nicht davor. Das er Skateboard fährt und besser als Du selber
programmierst, dass er die Vernissage frühzeitig verließ um Dich zu
treffen, dass er aufgeregt ist und versucht es zu überspielen, mit seinem
Charme den er nutzt um die sich über alles auflehnende leidenschaftliche
Ohnmacht zu stemmen sich aber doch verliert, trotz Alter, Reife, Weisheit,
trotz alle seiner lächerlichen Erfahrung im viel zu tiefen Leben. Man
kennt sich nicht, nicht die grelle Atmosphäre, nicht seine Vergangenheit
(das immer größte Risiko), die abenteuerliche Luft, nicht die fremde
Geilheit (nur die Poesie Deines eigenen Blutes), ist Single und
angetrunken und die Lust reicht aus um es egal zu finden wer von beiden
zuerst einen Orgasmus erleidet – der Fremde oder Du – Hauptsache anfassen
was da im warmen Schlüpfer an schon feuchtem Rohrzucker wartet. Du weißt
nicht was er macht, als nächstes, oder Du, oder doch halt der Mann mit der
unnachgiebigen Brust und woher sie kommen, die flüsternden Lippen, die
Jahre nach Dir diese Welt erblickten oder vorher. Vielleicht ist er
Grieche, jedenfalls besitzt er einen Akzent, seine Unterwäsche und die
Kompositionen seiner Gestik, seines Parfum-Körpergeruchs stimmen und er
bedankt sich am nächsten Tage per SMS inklusive der charmanten Tippfehler,
dafür dass man ihn nach dem Sex nicht verlassen habe. Und wenn er kein
Grieche ist, mag er Perser sein und Dir weder mit Erwartungen noch
ketterauchend andersartig aber auch gekonnt ein Lächeln über das Kinn
ritzen, hingebungsvoll wie der Orient oder einfach ein Berliner,
zugezogener, frech, vollkommen unabhängig und ein Gespür nicht für Schnee,
doch aber für neiderweckendes Wohnungsambiente, das Weltall, die Natur
oder einfach für Typographie oder aber er ist akademisch und dennoch nicht
vorlaut. Einfach zwei Köpfe inmitten von Beton irgendwo in diesem jungen
Land ohne Mut. Sie bedanken sich dafür per Sims – für das Gebliebensein
und nicht für Dein Körper. Ich hatte keine Gründe zu gehen. Weil ich
“danach”, einfach irgendwann zufrieden, müde, wenn nicht faul war. Na
klar, kennt man oder auch nicht. Jeder kennt diese kleinen penetranten
Insekten, die auf dem Finger sitzen und nicht fortfliegen. Aber das waren
Männer, die einen Typen wie mich auf ihren Händen hielten, maskulin,
sportlich, also aktiv im Leben oder je nach dem auch passiv, in jedem
einzigen Fall geistreich, mit Stil symphatisch versaut, pornographisch
einfach, ehrlich und extrem authentisch. Ich habe mich oft derweil auf die
Sterne, die Stille über der Stadt, das Gezirpse der Grillen oder die Texte
der Songs konzentrieren können. Irgendetwas gab es darin das meine
Aufmerksamkeit unterdessen zerteilte … unterdessen alles seiner Natur
treu war; die Flügel der Glühwürmchen rotierten unmerklich leise, die
Parkanwohner schauten Fern und während in Baghdad täglich Menschen zu
Dutzenden ihr Leben verloren, hielt man Monate den Schrecken davon ab,
sich in London endlich zu legen.

Es gibt keinen Grund einen guten Menschen zu verlassen. “Gut” kann man
fühlen. Dafür muss man kein Mädchen oder Chet Baker-Fan sein und auch
nicht Truman Capote gelesen haben. Man muss auch keine Tunte dafür sein.
Ich habe nichts gegen Tunten. Ich habe ja auch nichts gegen die RAF, das
Schulterblatt, Berlin Mitte, die CDU, Douglas oder den Hamburger Senat.
Man kann alles verstehen. Man darf aber zu allem eine Meinung besitzen -
selbst zur Panorama-Bar. Durchaus kann ich Madonna genauso viel abgewinnen
wie den Beastie Boys, Fat Freddys Drop oder Henry Miller. Und gegen
Mädchen habe ich genauso wenig wie gegen bisexuelle oder Transvestiten,
die Engstirnigkeit der 68er, Ersatzbefriedigung, Parteibücher, Durchfall
oder schlechte Pistazien. Vielleicht habe ich eine Aversion gegen
Knallfrösche, Sozial-Schwachmaten und “leichte” Jungen. Männer die immer
noch Kinder sind, sind dem entgegen großartig. Das will ich nicht
verwechselt haben.