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Monthly Archives: January 2011

Kristian Mattson, Lead-Sänger der Band The Tallest Man On Earth, ist schon mal hübscher als Guido Westerwelle. James Franco mag seinen Sexappeal überbieten. Schon klar. Aber nur als Schauspieler. Man achte auf Mattsons Stimme. Ich möchte fürs Protokoll festhalten: Kristian Mattson ist nach James Franco auf dieser Website der Mann den ich empfehle. Das Butt Magazin sollte ihn umgehend interviewen und ein paar Ganzkörper-Portraits erstellen.

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Das er eine grobe Haut hat, dafür kann Guido Westerwelle (FDP) so wenig wie für seine sexuelle Orientierung. Das Westerwelle nun über die Ausrichtung seiner Sexualität stürzen soll, mag man ihm gar nicht gönnen. Das berichtet die WAZ auf ihrem online-Portal derWesten. Verzeiht der deutsche Spießer nur den erfolgreichen Schwulen ihre Neigung oder was hat das bürgerliche Stilempfinden verletzt, dass Westerwelle auf Liebesentzug gesetzt wird, fragt der Kommentator. Letztlich bezieht man sich auf einen Beitrag des Literaturkritikers Fritz J. Raddatz für das Magazin Focus. Der schreibt aber auch, man kann es erschnuppern, beweisen kann man es nicht.

Die taz schreibt einen Tag später vom Schwulen Sinkflug des FDP-Vorsitzenden. Doch ist taz-Autor Elmar Kraushaar weniger der Ansicht, es sei die Homosexualität Westerwelles die ihn stürzen ließe, als eher sein Mangel an Glaubwürdigkeit. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister von Beust und sein Berliner Amtskollege Wowereit hätten ihm was voraus gehabt. Mag sein. Ein ehrlicher authentischer Schwuler sei er nie gewesen. Vielleicht. Gays against Guido, von einem Berliner Künstler initiiert, sei in der Metropole ein Erfolg gewesen und gleichermaßen ein Zeugnis – wenn selbst seine Brüder ihn ablehnten. Ach Gott. Sind wir Menschen nicht alle ein bisschen diffamierend?

Im Rückblick wissen es jetzt viele, nicht etwa weshalb Guido diesen unglaublichen Aufstieg der FDP hinlegte, Erfolg hatte, sondern warum der nun abbrach. Was interessiert mich eigentlich Guido Westerwelle und die Menschen die über ihn reden?

Ariel Aparicio macht Musik und zeigt sich in Sachen Homosexualität engagiert. Er spielt auf humorvolle Art offensichtlich mit den Klischees der homosexuellen Kultur (anders kann ich mir seine Gestik und sein Outfit nicht erklären) und verbindet dabei die Gay Topics auf irritierend klischeehafte Weise, beispielsweise mit Rap-Fragmenten oder E-Gitarren-Pop, die gerne dem eher maskulin konnotierten Hetero-Mainstream zugeschrieben werden. In einer zweiten Video-Version des gleichen Song People Who Died, verweist er zudem auf die New Yorker Video-Plattform talkingabout. Ariel ist sicher kein Comedian wie Margaret Cho eine ist, er bleibt Musiker. Doch bei Sichtung seines YouTube-Portfolios und der anderen Musikvideos ahnt man – der Junge hat Humor.

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Just What The World Needs – SneakerFreaker für Sneaker-Fans. An Beiträgen gemessen ein üppiges Angebot. Herzhaft die Features: Previews/New Releases, Fashion, Skate, Events, Stores, Music, Vintage, The Best Of 2010, … Nicht nur für StreetWear-Legends oder Rap-Hop-Superstars eine unendliche und dennoch ausgewählte Footwear. Brands: Nike Sneakers, Collaboration Sneakers (?), Puma Sneakers, ASICS Sneakers, Lacoste Sneakers, Skate Sneakers, Outdoor Sneakers … You can browse by Brand. Extras: Blog, Sneaker Museum, Forum, Videos, Shop. [... more Sites about Fashion & Life Style].

Markus Schreyl ist schwul.

Ganz Deutschland interessiert sich dafür, wohinein ein Mann namens Markus Schreyl seinen Schwanz steckt. Ganz Deutschland? Ja, jedermann. Eine Kollegin hat die Erkenntnis gerade ganz aufgebracht und so musste sie es in den Büroraum schreien.

Wenn in Deutschland Boulevard-Medien und die Presse generell Outings von homosexuellen A- bis C-Promis verfolgen, kommt das charakteristisch einer Fahndung nahe. Über den Tarnkappen-Moderator Schreyl haben in Deutschland inzwischen alle berichtet. Wahrscheinlich weil er so homo ist.

Der Tischnachbar meiner Kollegin, knapp vor 50, grau und bieder, im Großraumbüro, spitzt seine Stimme an und reagiert als fahre er mit Markus Schreyl täglich mit dem ICE zur Arbeit. Der Schreyl scheint ihm bisher nichts davon erzählt zu haben, dass er wie Alfred Biolek, Karl Lagerfeld, Patrick Lindner oder Sigfried & Roy auf Schwänze steht …

Nein?! Echt?!

Ein Mann der schwul ist? Ist Markus Schreyl schwul? Der Promisalat überfordert den Kollegen, aber nur synthetisch. Dieser Kollege schaltet sich immer dann ein, wenn er nichts zu sagen hat und die Frauen im Büro sich über den cross-medialen Gossip ereifern. Seine Attitüde in diesem Schauspiel ist künstlich. Ich bezweifele ernsthaft das er Markus Schreyl kennt. Er ist bekannt für seine ausgedehnt banalen Kundentelefonate über Fußball und die jährlichen Highlights der IAA. Und für seine verdammt guten Umsätze.

Ja, das steht hier!

… erwidert die Kollegin in beweishaftem Ton und Blick auf die Telenovellen-Quelle, ihren Monitor. Ich werde durch die Unruhe dieses Hüherstalls herausgerissen aus einem dienstnahen Gedanken. Bekomme wohl darum und weil man die vermeintliche Homosexualität eines womöglich unwichtigen Moderators – den ich nicht zur EVERYDAY SEXUAL MADNESS zählen würde – zum Anlass nimmt, alles aus der Hand fallen zu lassen, ad hoc schlechte Laune. Was kann denn der arme Mann dafür? Ich weiß, um ehrlich zu sein, zu diesem Zeitpunkt gar nicht wer Markus Schreyl ist. Aber das habe ich wohl laut Yellow-Press-Erkenntnissen mit den Passanten auf unseren Straßen gemein – Schreyl ist durch die größten Talkshows spaziert doch seinen Namen kennt kaum einer. 

Ja, wer hätte das gedacht, …

bringt die Kollegin, repräsentativ eine Teamleiterin, ihre Feststellung mit Worthülsen in die Verlängerung. Wen das interessiert, frage ich mich und würde gerne in ihr Ohr stöhnen oder ein Q-Tip hineinstoßen.

Gibt es doch gar nicht, …

… wundert sich der graue Kollege zum zweiten Mal. Er ist Familienvater, seine Karriere stagnierend. Account Manager. Ich werde ihm gleich den Link zu den East Village Boys senden oder zum Butt Magazine. Er ahnt die Möglichkeit sich einzubringen und das Vauenrad aufzustellen und so beginnt er zu fachsimpeln:

Die Anne Will ist ja auch lesbisch.

ACH?!, denke ich … und Martina Navratilova, Annie Leibowitz, Sinead O’Connor, Jody Foster, Rosa von Praunheim, Amelle Mauresmo, Hella von Sinnen, Melissa Etheridge oder Smantha Fox sind die nicht alle homo? Und was ist daran jetzt neu?

Die Teamleiterin schießt den hysterischen Vogel ab:

Ich weiß gar nicht was das alles immer noch diskutiert wird in den Medien.

Weil Kartoffeln wie Du sich darüber immer noch erschrecken, denke ich. Aber ich bin nicht Maßstab in diesem Büro. Ich hasse für den Moment diese handvoll Menschen. Was genauso übertrieben scheint wie deren Gerede.

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Eastvillageboys.com ist ein New Yorker Weblog-Magazin, gegründet 2008, deren selbst ernannter Auftrag es ist, fern des Mainstreams über die schwule Kultur Bericht zu erstatten. Die East Village Boys unternehmen demnach das Gegenteil dessen, was das Out Magazine darstellt: The World’s Leading Gay Fashion & Lifestyle Brand. Es erinnert eher an das Amsterdamer Butt Magazine von Gert Jonkers und Jop van Bennekom.

Eastvillageboys.com berichtet über Fotografie, Künstler, Musiker, Performer, Fashion-Designer, Schriftsteller aber auch über Geschichte und Politik. Bei den East Village Boys nennt man die Homo-Kultur kurzum Cock Culture. Dementsprechend gibt es Mann zu sehen. Aber auch außerordentlich viel Text. Das Projekt ist ein ambitioniertes. Der Weblog wäre das gefundene Fressen für die Gedanken einer Gabriele Kuby.

UPDATE: Inzwischen ist Eurogay ein Online-Shop. Da weiß man was man hat. Ursprünglich war es ein Portal für Homos. Das hat keinen so richtig interessiert. Darauf bezog sich einst der Beitrag. 

UPDATE II: Eurogay ist vom Netz. Kein Erotikartikelportal mehr. Die einstige Adresse des selbsternannten Flagschiffes verweist nun auf Anderes.

[THE DERAILMENT: Aktuelle Beiträge und "Gay"-Links am Ende dieser Website.]

BEITRAG VOM 02. Januar 2011:

Der Titel klingt wie Träne auf Presspappe: Eurogay. Aber wahrscheinlich ist es leichter eine Seite mit einem bescheuerten Titel für die Suchmaschine zu optimieren als einen guten Titel (und ein gutes Webprojekt) vernünftig zu promoten. Weshalb wir erst die Schlechten finden. Was Eurogay will, das schreibt Eurogay nicht – kein About, keine Philosophie. Das passt. Nur der Hinweis das man einer Kooperation mit dem PRINZ entspringt. Passt auch.

Eurogay, man möchte meinen, dieser Titel erhebe den Anspruch einer Dachmarke für schwule Communities in Europa. Ich möchte meinen, auch weil ich in der Laune dazu bin, dass mir Eurogay schon als Name für ein Schwulen-Portal höchstgradig unsympathisch erscheint. Nicht ob der wohlmöglichen Erhebung eines solchen Anspruchs sondern ob zweier Tatsachen: 1) dass man mich als Leser bei einem solch cosmopolitischen Titel mit so schnöden Kategorien wie Home, Chat, Community, Entertainment, Erotik und Shop anschmiert. Die Aussagen der Inhalte: Schwule hören Schlager. Schwule wollen Live-Cam-Chats, sie wollen ihren Marktwert testen, sich gegenseitig diffamieren indem sie Profile bewerten, sich in Foren Daten etc. Beim Boy der Woche führt ein Link direkt auf eine tote Seite namens boys.fitfuckers.de. Merkwürdig das Parship, Telekom, wüstenrot, rororo-Verlag und andere hier dennoch Anzeigen schalten. Eine schwule Website zu betreiben und offensichtlich mit anspruchslosen Mist noch Taschengeld einzuheimsen ist nicht so schwer, werter Leser.

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Die zweite Tatsache die mich an dieser Seite nervt und unsympathisch auf mich wirkt, ist, dass man mit Klischees schleudert und einfach billig wirkt. Ich lebe schwul, ich geh auch feiern, ich kenne ein paar schwule Jungs die richtig auf die Kacke hauen und ein paar die sich nicht trauen zu sagen wer sie sind und was sie lieben. Aber wir sind keinesfalls so arm wie wir manchmal verköstigt werden. Und wir sind das was wir essen. Essen im übertragenen Sinne. In Wahrheit gehe ich davon aus, dass die einstigen Betreiber der Website nur vergessen haben dieselbe zu löschen.

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Das BUTT Magazin ist ein Magazin für und über homosexuelle Männer – The community for international homosexuals. Rosa Printkultur im A5-Format seit 2001 verdienter Maßen Flagschiff einer homoerotischen Subkultur. Angeblich verarbeitet das Magazin Anleihen an eine schwule Porno-Ästhetik der 70er-Jahre. Das niederländische BUTT Magazin ist heute Teil der Hausbeilage in den American Apparel-Shops rund um den Globus. Darum hat es wohl seinen Weg hinaus aus der gay community in eine weniger spitze Zielgruppe geschafft. Und weil das Heftchen keine wertkonservative Scharm zeigt, Männerfleisch doppelseitig in Gottes Schönheit abzulichten. Und weil es die Menschen beleuchtet und nicht das was Menschen verkaufen wollen. Authentizitätspunkt Nr. eins. Herzlichen Glückwunsch Butt! (weiter unter dem Bild)

Dabei ist BUTT nichts mehr als völlig real-ästhetische Pornografie im Alltagsdesign, schlicht und unkompliziert. Darüber, über die Einfachheit der nackten Darstellung oder ihrem faktischen Vorhandensein, dem einfachen Zugang via Fashion-Shop, entsetzten sich bereits amerikanische Mütter. Pornografie für Kinder frei zugänglich im prüden aufgeklärten Westen? Der hat sich mit der Abbildung von Wahrheit seit jeher schwer getan, der Westen. BUTT besitzt eine Kunstfertigkeit abzubilden. BUTT ist ein Kunstmagazin. Nur die East Village Boys mögen dem Butt Magazine künstlerisch das Wasser reichen.

Das rosa Blatt erinnert mich an unschuldiges Jugend-Löschpapier. Mit der Farbe assoziiere ich Lösungskompetenz im Krisenmanagement. Die Wiederherstellung von Frieden. Die Löschung von Konfliktsituationen des Lebens das einem widerfährt.

WATCH THIS: There's No Business Like Show Business On THE DERAILMENT!

BUTT wird herausgegeben vom Amsterdamer Mode- und Lifestyle-Journalisten Gert Jonkers und dem Grafik-Designer Jop van Bennekom. Das Magazin erzeugt zwischen den sonst technisch einwandfreien, vielleicht deshalb leider oft austauschbaren Hochglanzmagazinen durch recht unprätentiöse, ranzige, teils alberne Bilder auf eine Weise mehr Authentizität als die glänzenden KollegInnen.

Punkt Nr. zwei: Das erzeugt – zumindest bei mir – tiefe Sympathien. Bei seinen Werbekunden offensichtlich auch. Marc Jacobs, Dior und Co. gehören demnach zu den temporären Finanzgebern des schwulen Pornoheftes.

Aber nicht die Bilder – die einem sofort in den Kopf schießen – sondern die Inhalte erfüllen den Anspruch unterhalten zu werden. Ausführlich wird Bericht erstattet. Vielleicht weil das Magazin nur 3-4 mal jährlich erscheint, kann man Inhalt zu dieser Qualität und Vielfalt verdichten.

Eine gute Beschreibung lieferte schon die De:Bug.

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