Sexuelle Orientierung

Sexualität hat viele Bestandteile. Ein Bestandteil ist die sexuelle Orientierung. Die übrigen drei Teile aus denen sich unsere Sexualität zusammensetzt heißen biologisches Geschlecht. Geschlechtsidentität und Sozialgeschlechtsrolle. An dieser Stelle interessiert jedoch lediglich die sexuelle Orientierung. Denn die Frage ist, wie man schwul wird oder lesbisch.

Sexuelle Orientierungen gibt es drei: Homosexualität, Bisexualität und Heterosexualität. Sexuelle Orientierung ist nicht gleich sexuelles Verhalten. Denn die Orientierung muss sich nicht im Verhalten widerspiegeln. Der Wissenschaft bleibt bis heute verschlossen, wie sich sexuelle Orientierung entwickelt. Darum kursieren vielerlei Theorien über den Ursprung unserer jeweiligen Sexualität oder sexuellen Orientierung. Mitunter spricht man von genetischen Gründen, hormonellen Faktoren oder traumatischen Kindheitserfahrungen. Das biologische Prozesse, psychologische oder soziale Faktoren in früher Kindheit eine Rolle spielen, wird bisher nur vermutet. Frei wählbar oder veränderbar ist die sexuelle Orientierung nicht. Erfolglose Beispiele bezeugen das.

Glücklicherweise hat die Wissenschaft dennoch dazu beigetragen, die sexuelle Orientierung weder als emotionalen oder sozialen Problemfall, noch als Geisteskrankheit zu verstehen. Gleich welche Orientierung, Homo- oder Bisexualität gilt derzeit als n-o-r-m-a-l. Das bestätigen die letzten 35 Jahre Forschung. 1973 veranlasste die American Psychiatric Association die Streichung der Homosexualität aus dem Handbuch der Geisteskrankheiten. 1975 folgte die Bestätigung durch die American Psychological Association. Dass das einige Menschen oder auch Organisationen nicht wahrhaben möchten, ist eher ein Problem ideologischer Perspektiven. Für diese Menschen gibt es bei Bedarf Psychologen, Psychiater und Mediziner. Versuche der Veränderung einer sexuellen Orientierung gelten seit 1990 durch die American Psychological Association wissenschaftlich als unhaltbar.

Es g-i-b-t Psychologen oder Psychiater, die die sexuelle Orientierung von Klienten zu ändern versuchen. Doch der Versuch einer Veränderung der sexuellen Orientierung eines Menschen ist der versuch seine Emotionen zu ändern, sein Selbstkonzept und seine soziale Identität. Dieses Vorhaben wird von vielen Psychologen und Psychiatern inzwischen ethisch hinterfragt. Denn eine Eigenschaft die keine Geisteskrankheit ist, ändern zu wollen, erscheint ihnen moralisch schwer zu rechtfertigen.

Auch Kinder die bei homosexuellen Eltern aufwachsen sind Studien zufolge genauso intelligent, psychologisch und sozial anpassungsfähig, ebenso populär unter ihren Freunden, entwickeln herkömmliche soziale Geschlechterrollen und eine inidivduelle sexuelle Orientierung, genau wie Kinder aus heterosexuellen Elternhäusern. Auch hier fehlt jeder Unterschied. Und das homosexuelle Männer eher zu Kindesmisshandlungen neigen, scheint offensichtlich ein Vorurteil, das womöglich katholischen Winden entspringt.

Wichtig ist, dass Homosexuelle ihre Orientierung mitteilen können. Das dient schlicht weg ihrer geistigen Gesundheit. Das Coming Out ist dabei ein wichtiger Bestandteil und der Prozess psychologischer Anpassung. Je mehr eine homosexuelle Identität Anerkennung erfährt, desto eher erfährt sie geistige gesundheit und Selbstwertgefühl. Leider halten sich jedoch die Stereotypen und Vorurteile innerhalb der Gesellschaft oder lösen sich nur langsam in den Köpfen der Menschen auf. Weshalb das Coming Out für Homosexuelle oft unnötig schwer erscheint und dieselben große Angst empfinden von Familie, Freunden und anderen gemieden zu werden. Auch Diskriminierung und Gewalttätigkeit gegen Homosexuelle wird nach wie vor praktiziert. Da es sich um eine so genannte Minderheit handelt, erfährt man selten über herkömmliche Massenmedien davon. Alternativ empfehle ich Interessierten ein Google Altert zu entsprechenden Schlagworten einzurichten. Aber mehr als Lesen hilft uns praktisches Verhalten. Psychologen zufolge geht man davon aus, dass Vorurteile dort entstehen, wo der Kontakt zu entsprechenden Personen (Homosexuellen) nicht bewusst vorhanden ist. Das kennt man von Themen wie AIDS, Politiker (Die da oben.), Menschen mit Migrationshintergrund (Die sollen sich doch integrieren!), Obdachlosen (Penner!) oder unzähligen anderen Dingen, über die man Meinungen entwirft ohne auch nur eine Ahnung zu haben. Der erste Schritt wäre demnach Offenheit leben. Die Kontakte erschließen sich dann wie von selbst.

Quellen Text: cott.lsbk.ch

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